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Datum:
So, 11 Dez 2022     
Zeiten:
16:00-20:00
Preis:
12,-€
Ort:
LOCHWITZ / Haus-Bühne im Weidengrund
Adresse:
Weidengrund 8, 06347 Lochwitz b. Gerbstedt, Deutschland
Kontaktperson:
Matthias Augustin,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon:
034783 273 85
Einlass:
16 Uhr

Die Freischützdenker

 

ein Scherenschnitt ,- Schattentheater - von und mit Benjamin Löffler & Teresa Benzne

 

Im allgemeinen wird häufig beklagt das die Leute heutzutage so viel Zeit am Bildschirm verbringen. Dabei ist die Faszination für Bildschirme gar nicht so neu. Im 19. Jhd. erfreuten sich die Flatscreens der kleinen Schatten- bzw Scherenschnitttheater großer Beliebtheit. In den Salons der kunstliebenden Bürger gehörte solche Unterhaltung neben der Hausmusik an dunklen Winterabenden zum guten Ton. Selbst Goethe schrieb gelegentlich kleine Stücke für die häuslichen Schattentheatervorstellungen seiner Freunde. Wir haben in Anlehnung an diese Tradition ein Format kreiert das den Zauber der kleinen Papierbildschirme eindrucksvoll erlebbar macht. In dem Stück „Die Freischützdenker“ geht es um die Entstehungsgeschichte der ersten deutschen Oper. Auch Nicht-Opernfans werden überrascht sein was für großes Kino in so kleinem Format möglich ist.

Zum Hintergrund:

1821 feierte die erste deutschsprachige Oper “Der Freischütz” im Königlichen Schauspielhaus Berlin am 18. Juni ihre Welturaufführung. Vorausgegangen war ein reger Briefaustausch mit dem preußischen Theaterindendanten Carl von Brühl und verschiedenen Besuchen Carl Maria von Webers im Seifersdorfer Thal und Schloss, dem Sitz der Brühls.

"Im Sommer 1819 besuchte C.M. von Weber seinen Freund und Förderer Graf Brühl auf dessen Schloß in Seifersdorf um mit ihm Wichtiges zu besprechen - planten die beiden doch einen Kulturstreich allererster Güte:

Detail der Schlussszene im Schattentheater von Benjamin Löffler

Zur Eröffnung des neuen Schauspielhauses in Berlin (das alte war 1817 abgebrannt) wollte Graf Brühl, als kulturpolitisches Signal, gegen den Willen des preussischen Hofes, Webers neue Oper aufführen.

Carl Maria von Weber reiste 1812 das erste mal nach Berlin. Dort lernte er einen Kreis freigeistiger Kunstfreunde kennen in deren inspirierender Mitte er eine frohe, übermütige Zeit, voller musikalischer Scherze, und herzlicher Freundschaftsbekundungen verlebte. Unter diesen „Musikbaschkiren“ wie sie sich scherzhaft nannten, traf er auch Graf Brühl welcher später Generalintendant der Berliner Schauspielhäuser werden sollte. Als solcher bemühte er sich seinen Freund Weber nach Kräften zu fördern, stieß dabei jedoch auf entschiedene Widerstand des preussischen Hofes. Brühl und Weber verband der Wunsch nach Erneuerung der Kunst zur Erhebung und Bildung des Publikums. Beide bedrückten, zuweilen bis zur Resignation, die eingefahrenen Geleise und das ewiggleiche Seichte im Theater und Orchesterbetrieb.

Leider ist nicht überliefert was genau die beiden Männer im Sommer 1819 auf Schloß Seifersdorf besprachen. Aus der Korrespondenz der beiden untereinander und mit anderen läßt sich aber in etwa schließen was besprochen wurde.

Benjamin Löffler hat die Korrespondenz und die Biografien von C.M. v. Weber und C. Graf v. Brühl intensiv studiert und daraus einen Dialog geschrieben, der das Gespräch der beiden auf Schloß Seifersdorf wiedergeben könnte. Dieses bildet den Rahmen für das wunderbare Scherenschnitttheater, in welchem Szenen aus der Oper gezeigt werden.

Mit viel Leidenschaft und unendlicher Detailarbeit hat Löffler den Freischütz auf ganz eigene Art in überwältigenden Bildern auf den kleinen Bildschirm seines Schattentheaters gezaubert und hofft damit, rückwirkend in den Kreis der „Musikbaschkiren“ aufgenommen zu werden.

Zusammen mit Teresa Benzner erweckt er die beiden kunstliebenden Visionäre wieder zum Leben und läßt die Zuschauer an der Entstehung der ersten und vielleicht erfolgreichsten deutschen Nationaloper teilhaben.

Mitwirkende

Teresa Benzner: Figurenspiel, C. M. v. Weber

Benjamin Löffler: Regie, Dialog, Figurenbau, Figurenspiel, Szenenbild, Bühne,C. Graf v. Brühl

Raban Löffler: Ton, künstlerische Beratung

Kategorie News | Erstellungsdatum Dienstag, 18 Mai 2021 00:00 | Letzte Bearbeitung Sonntag, 04 Dezember 2022 16:27 | Erstellt von Matthias Augustin | Hits 22245